Kindernamensrecht

Stand: Januar 2017

Für deutsche Staatsangehörige unterliegt die Namensführung ausschließlich deutschem Namensrecht. Die nach deutschem Recht mögliche Namensführung kann von der Namensführung abweichen, die auf algerischen Personenstandsurkunden oder Ausweisdokumenten eingetragen ist.  

Führen die Eltern eines deutschen Kindes einen gemeinsamen Familiennamen nach deutschem Recht, erhält das Kind automatisch den Familiennamen der Eltern als Nachnamen.

Führen die Eltern keinen gemeinsamen Ehenamen, sondern jeweils unterschiedliche Familiennamen, müssen sie daher vor der erstmaligen Ausstellung eines deutschen Kinderausweises oder Reisepasses bzw. einer deutschen Geburtsurkunde einen Familiennamen für ihr Kind wählen. Eine Wahl gegenüber dem deutschen Standesbeamten ist auch dann erforderlich, wenn die algerische Geburtsurkunde bereits den gewünschten Familiennamen enthält. Falls die Mutter bzw. der Vater des Kindes eine andere als die deutsche Staatsangehörigkeit (z.B. die algerische) besitzt, müssen beide Eltern zunächst die maßgebliche Rechtsordnung, z.B. deutsches oder algerisches Recht, bestimmen.

Ehepaare, die in Algerien geheiratet haben und in der Folge keinen für Deutschland wirksamen gemeinsamen Familiennamen gewählt haben, müssen in der Regel eine Namenserklärung für ihr Kind abgeben. Namenserklärungen sind unwiderruflich.

Sie haben folgende Rechtswahlmöglichkeiten:


1. Deutsches Recht: Falls beide Elternteile ausschließlich die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, ist automatisch die deutsche Rechtsordnung für die Wahl des Familiennamens des Kindes maßgeblich. Die Eltern haben die Wahl, ob sie den Familiennamen der Mutter oder den Familiennamen des Vaters zum Geburtsnamen des Kindes bestimmen. Die Namenswahl gilt automatisch auch für alle weiteren Kinder. Deutsches Recht kann selbstverständlich auch dann gewählt werden, wenn nur ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit hat. Wählen Sie deutsches Recht, wenn Sie den Familiennamen des Vaters oder den Familiennamen der Mutter als Geburtsnamen Ihres Kindes wünschen.
2. Ausländisches Recht: Falls ein Elternteil z.B. die algerische Staatsangehörigkeit besitzt, können die Eltern wählen, ob sie die deutsche Rechtsordnung oder die algerische als Grundlage für die Wahl des Geburtsnamens ihres Kindes wählen wollen. Die Namenswahl erstreckt sich nicht automatisch auf weitere Kinder. Sollten Sie sich für das ausländische Recht entscheiden, so unterliegen Sie diesem Recht und können nur die darin möglichen Optionen - sofern vorhanden - wahrnehmen. Falls ein Ehepartner die z. B. die algerische Staatsangehörigkeit besitzt und Sie algerisches Recht wählen, kann Ihr Kind nur den Namen des Vaters erhalten.

Wie ist das Verfahren zur Wahl des Familiennamens für ein Kind?
Falls eine Namenswahl erforderlich ist, können Sie den Familiennamen Ihres Kindes im Rahmen einer Geburtsanzeige oder – falls Sie keine deutsche Geburtsurkunde beantragen möchten – in einer separaten Namenserklärung bestimmen.

Die Namenserklärung kann von der Deutschen Botschaft Algier beglaubigt werden. Zusammen mit den erforderlichen Unterlagen wird sie dann von der Botschaft an das jeweilige deutsche Standesamt übersandt. Haben das Kind, die Kindeseltern oder ein Elternteil weiterhin einen in Deutschland angemeldeten Wohnsitz, ist das dortige Standesamt auch für die Eintragung ins Eheregister zuständig. Besteht keine Anmeldung in Deutschland, wird der Antrag ans Standesamt I in Berlin weitergeleitet.

Vorzulegende Unterlagen: 

  • ausgefülltes Antragsformular
  • Namenserklärung
  • Geburtsurkunde des Kindes 
  • Heiratsurkunde der Eltern 
  • Geburtsurkunden der Eltern 
  • Reisepässe der Eltern, sofern diese mehrere Staatsangehörigkeiten besitzen, bringen Sie bitte entsprechende Nachweise (Pässe, Einbürgerungsurkunden o. ä.) für jede Staatsangehörigkeit mit 
  • ausländischen Reisepass des Kindes, sofern dieses weitere Staatsangehörigkeiten besitzt und bereits ein entsprechendes Dokument erhalten hat 
  • sofern das Kind die deutsche Staatsangehörigkeit von einem Elternteil erworben hat, das die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung erhalten hat, die deutsche Einbürgerungsurkunde 
  • sofern die Eltern bzw. ein Elternteil eine algerische Geburtsurkunde vorlegt, in der nicht alle personenstandsrechtlichen Ereignisse (Vorehen, Scheidungen im Ausland) vermerkt sind: Heiratsurkunden und Scheidungsurteile der Vorehen; es ist jedoch empfehlenswert, alle personenstandsrechtlichen Ereignisse im algerischen Geburtenregister nachtragen zu lassen, um eine vollständige, legalisierbare Geburtsurkunde zu erhalten. 
  • bei nicht-ehelicher Geburt: Nachweis einer wirksamen Vaterschaftsanerkennung, sofern das Kind die deutsche Staatsangehörigkeit nur von einem deutschen Vater ableitet
  • sofern die Eheschließung in Algerien bei einem Notar stattgefunden hat, muss der entsprechende Ehevertrag vorgelegt werden; sofern die Wirksamkeit einer Ehe erst im Nachhinein durch ein algerisches Gerichtsurteil festgestellt wurde, muss das entsprechende Urteil vorgelegt werden

Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Im Einzelfall kann die Vorlage weiterer Unterlagen erforderlich werden, auch im Rahmen der Antragsprüfung durch das Standesamt können weitere Dokumente jederzeit nachgefordert werden.

Alle Dokumente müssen im Original oder als (in Deutschland bzw. durch die deutsche Botschaft) amtlich beglaubigte Kopie vorgelegt werden. Arabischen und französischen Dokumenten muss eine deutsche Übersetzung beigefügt werden. Algerische öffentliche Urkunden (Personenstandsurkunden, Gerichtsurteile), müssen vorlegalisiert, damit sie dem Standesamt in legalisierter Form vorgelegt werden können.

Gebühren:
Die Gebühren für die Erklärung des Kindesnamens werden je nach Bundesland festgesetzt und können daher unterschiedlich sein.

Auch bei der Botschaft werden im Rahmen der Antragstellung Gebühren fällig. Diese sind in Dinar zu begleichen und abhängig von der Zahl der notwendigen Kopien und Legalisationen. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie auf schriftliche Nachfrage oder im Rahmen der Vorsprache.

Termin:

Für die Antragstellung benötigen Sie einen Termin. Eine telefonische Terminvergabe über die Botschaft ist nicht möglich. Stattdessen wenden Sie sich bitte schriftlich an die Konsularabteilung der Deutschen Botschaft (algier%27%diplo%27%de,info). Nach elektronischer Übermittlung aller notwendigen Unterlagen erfolgt zunächst die Prüfung durch die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Botschaft. Nach Abschluss dieser Vorprüfung wird sich die Deutsche Botschaft zwecks Terminvereinbarung schriftlich an Sie wenden.

Weitere Hinweise:
Der Antrag muss von beiden Elternteilen unterschrieben und öffentlich beglaubigt werden. Hierzu müssen beide Eltern persönlich zur Unterschriftsbeglaubigung bei der Botschaft vorsprechen.
Befindet sich ein Elternteil nicht in Algerien, weil er beispielsweise seinen Wohnsitz in Deutschland hat, kann dieser Ehegatte seine Erklärung auch direkt beim zuständigen Standesamt abgeben.

Die Botschaft hat keinerlei Einfluss auf die Bearbeitungszeiten der einzelnen Standesämter.
Für Anträge, für die das Standesamt I in Berlin zuständig ist, kann die Bearbeitungszeit aufgrund der hohen Antragszahlen bis zu 2 Jahre betragen.

Haftungsausschluss:

Alle oben gemachten Angaben beruhen auf den Erkenntnissen und Erfahrungen der Botschaft im Zeitpunkt der Abfassung. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit wird jedoch keine Gewähr übernommen.