Deutsch-algerische Wirtschaftsbeziehungen

Seit der Unabhängigkeit Algeriens im Jahr 1962 beteiligen sich deutsche Unternehmen als verlässliche Partner am Aufbau und der Entwicklung der algerischen Volkswirtschaft. Ein großer Teil der algerischen Industrieanlagen aus den 1970er und 80er Jahren ist deutschen Ursprungs. Grundsätzlich bietet das Land deutschen Unternehmen aufgrund seines recht großen Marktes mit einer wachsenden Bevölkerung, reichen Rohstoffvorkommen, neuen Anreizen für ausländische Direktinvestitionen und einer guten Erreichbarkeit aus Deutschland gute Geschäftschancen. Beim Geschäftsklima sind jedoch Verbesserungen notwendig, wie das Ranking des „Doing Business Index 2015“ der Weltbank belegt, bei dem Algerien Platz 163 von 189 Ländern belegt. Algerien ist daher vorwiegend für mittelständische und größere Unternehmen interessant, insbesondere bei technisch anspruchsvollen sowie spezialisierten Vorhaben. Deutsche Produkte genießen von jeher einen ausgezeichneten Ruf.

Etwa 200 deutsche Unternehmen sind bereits mit Niederlassungen, Repräsentanzen und Verbindungsbüros in Algerien vertreten. Die Deutsch-Algerische Industrie- und Handelskammer (AHK Algerien) mit Sitz in Algier wurde im Jahr 2005 gegründet. Aktuell hat sie etwa 340 Mitglieder, davon 270 Mitglieder im Partnerland und 70 Mitglieder aus Deutschland.

Deutschland ist einer der wichtigsten Handelspartner Algeriens. Die Handelsbilanz zwischen beiden Ländern war bislang nahezu ausgeglichen. Im Jahr 2015 sank der Wert deutscher Einfuhren (1,6 Mrd. €) vor allem aufgrund des Ölpreisverfalls um 38,3% zum Vorjahr. Deutsche Ausfuhren (2,5 Mrd. €) sanken um 5,9%. Während Deutschland in erster Linie Öl aus Algerien importiert, liefert Deutschland vor allem Kfz und -teile, Maschinen, Nahrungsmittel sowie chemische Erzeugnisse.

Deutschland beteiligt sich regelmäßig offiziell an Messen in Algerien. Die Bundesbeteiligung  an der Universalmesse FIA („Foire Internationale d´Alger“) im Mai/Juni 2015 vereinte insgesamt 30 deutsche Aussteller. Der Gemeinschaftsstand aus Anlass der Messe SITP (Salon International des Travaux Publics“) im November 2015 verzeichnete mit insgesamt 19 deutschen Ausstellern ebenfalls eine rege Beteiligung. Im Oktober 2015 war Deutschland zum ersten Mal offiziell an der Messe „ERA“ zu Erneuerbaren Energien in Oran vertreten. Der mit Mitteln des Auswärtigen Amtes finanzierte Gemeinschaftsstand diente dazu, das Konzept der deutschen Energiewende zu vermitteln.

In jüngster Zeit fanden zahlreiche bedeutende Veranstaltungen statt, die der Förderung der bilateralen Wirtschaftsbeziehung dienten:

Am 12./13. März 2014 fand in Algier das vierte Treffen der von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem algerischen Staatspräsidenten Abdelaziz Bouteflika vereinbarten Gemischten Wirtschaftskommission (GWK) in Begleitung von etwa 40 angereisten Unternehmensvertretern statt.

Das erste deutsch-algerische Innovationsforum, dessen Durchführung im Rahmen der GWK beschlossen wurde, fand am 27.10.2014 in Algier statt, ebenfalls in Begleitung einer deutschen Unternehmerdelegation. Ziel der Veranstaltung war ein fachlicher Austausch auf Expertenebene zu Innovationen, High-Tech, kleinen und mittleren Unternehmen sowie der beruflichen Bildung.

Im November 2014 führte die Deutsch-Algerische Industrie- und Handelskammer eine Geschäftsreise zu erneuerbaren Energien durch. Die Konferenz unter Beteiligung von deutschen sowie algerischen Unternehmen und Referenten fand einen sehr guten Anklang.

Am 26./27. November 2014 fand in Algier das erste deutsch-algerische Gesundheitsforum statt. Staatliche und private algerische Gesundheitseinrichtungen und Unternehmen zeigten reges Interesse am Ausbau der Zusammenarbeit im medizinischen Bereich.

Am 15./16. Dezember 2014 tagte in Berlin der gemischte deutsch-algerische Seeschifffahrtsausschuss zu verschiedenen Fragen der bilateralen Zusammenarbeit. An der Sitzung nahmen das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und eine algerische Delegation des Transportministeriums und der Hafenverwaltungen teil.

Im Januar 2015 besuchte der Bundesminister des Auswärtigen, Dr. Frank-Walter Steinmeier Algerien in Begleitung einer Wirtschaftsdelegation. Bei den Gesprächen betonte der Bundesminister das große Interesse an einer Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen. Die Unternehmer führten Einzelgespräche in den Ministerien und nahmen an einer B2B-Veranstaltung teil, die vom algerischen Ministerium für Industrie- und Bergbau organisiert wurde.

Im März 2015 unterzeichneten Bundesminister Gabriel und der damalige algerische Energieminister Yousfi die Deutsch-Algerische Energiepartnerschaft. Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind die Diversifizierung des Energiemixes, der Ausbau erneuerbarer Energien und die Verbesserung der Energieeffizienz, Die erste Sitzung des Steuerungskomitees fand im Mai 2015 in Berlin statt.

Im Mai 2015 fand eine branchenübergreifende Delegationsreise der Ghorfa, Arab-German Chamber of Commerce and Industry, unter der Leitung von MdB und Bundesminister a.D. Peter Ramsauer statt.

Das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft finanzierte deutsch-algerische Landwirtschaftsforum im November 2015 in Algier konnte in einem strategisch wichtigen Bereich zur Intensivierung der Zusammenarbeit genutzt werden.

Premierminister Sellal reiste am 12. Januar 2016 unter Begleitung zahlreicher Minister nach Berlin und wurde dabei von einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation begleitet. An einem Wirtschaftsforum im Haus der Wirtschaft, das vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag und der Ghorfa organisiert wurde, nahm eine Vielzahl an Unternehmensvertretern teil.

Deutschland und Algerien unterhalten ein Investitionsschutzabkommen und ein Schifffahrtsabkommen. Ein Doppelbesteuerungsabkommen ist im Dezember 2008 in Kraft getreten.

Deutsch-algerische Wirtschaftsbeziehungen

GwK 2015

Technische Zusammenarbeit

Solaranlage

Personelle Zusammenarbeit - Qualifizierung und Austausch von Fach- und Führungskräften

Seminar

Im Rahmen der Personellen Zusammenarbeit (PZ) fördert die Bundesrepublik Deutschland die Aus- und Fortbildung von Fach- und Führungskräften in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Finanzielle Zusammenarbeit

Daxkurve an der Börse in Frankfurt am Main

Im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit (FZ) stellt die Bundesrepublik Deutschland Entwicklungsländern Mittel zur Finanzierung bestimmter Vorhaben zur Verfügung, um die strukturellen Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung zu schaffen