Finanzielle Zusammenarbeit

Im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit (FZ) stellt die Bundesrepublik Deutschland Entwicklungsländern Mittel zur Finanzierung bestimmter Vorhaben zur Verfügung, um die strukturellen Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung zu schaffen. Dies geschieht beispielsweise in Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen oder besonders günstigen Krediten.

In Algerien wurde seit den 1970er Jahren u.a. die Zementfabriken in Setif und Zahana und der Ausbau des Erdgashafens Bethioua gefördert. Da Algerien heute selbst über ausreichende Finanzmittel für Infrastrukturprojekte verfügt, hat die FZ in der deutsch-algerischen Entwicklungszusammenarbeit keine Priorität mehr.

KfW und DEG als Kooperationspartner

Der größte Teil der deutschen FZ wird im Auftrag der Bundesregierung von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) durchgeführt. Die Bank ist für die finanzielle Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen zuständig, während die DEG den Aufbau privatwirtschaftlicher Strukturen unterstützt.

Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) ist eine Tochtergesellschaft der KfW Bankengruppe. Sie finanziert Investitionen privater Unternehmen in Entwicklungs- und Reformländern. Als einer der größten europäischen Entwicklungsfinanciers setzt sie sich für den Ausbau privatwirtschaftlicher Strukturen ein, um zu nachhaltigem Wirtschaftswachstum und besseren Lebensbedingungen beizutragen.

Zum Leistungsangebot der DEG für Unternehmen gehören neben langfristigen Finanzierungen auch projektbegleitende Beratung und Risikomanagement. Die DEG engagiert sich seit über 40 Jahren in Afrika und verfügt in dieser Region über ein Portefeuille von 108 Projekten in 29 Ländern mit einem Gesamtwert von 465 Mio. Euro. Dies entspricht 20% des weltweiten Engagements der DEG.

In Algerien ist die DEG mit langfristigen Darlehen am Ausbau der Mobilfunknetze beteiligt. Die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes hat in kürzester Zeit zu deutlichen Tarifsenkungen geführt. Dadurch wird auch einkommensschwächeren Bevölkerungsschichten der Zugang zur Telekommunikation ermöglicht. Insbesondere für die Versorgung der Menschen im ländlichen Raum, wo Festnetzinvestitionen überdurchschnittlich teuer wären, bietet das Mobilfunknetz eine kostengünstigere Alternative. Die Zahl der Mobilfunkkunden in Algerien ist seit der Liberalisierung des Marktes von ehemals 120.000 auf 18 Milionen Abonnenten gestiegen. Das entspricht etwa 55% der Gesamtbevölkerung. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit in Algerien sind auch die Beschäftigungseffekte von besonderer Bedeutung. Direkt und indirekt sind mit dieser Investition der DEG über 4.000 Arbeitsplätze verbunden.

Ein weiteres Projekt ist die Beteiligung an der Finanzierung eines Unternehmens der Baustoffindustrie. Dieser Sektor nimmt eine Schlüsselrolle bei der Behebung der Wohnungsnot und beim Ausbau der Infrastruktur ein.

Public-Private-Partnership (PPP)

Ergänzend zu ihren Finanzierungs- und Beratungsleistungen bietet die DEG die Leistungen des Public-Private-Partnership (PPP)-Programms des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) an. Es vereint privatwirtschaftliches Engagement mit entwicklungspolitischen Zielen und richtet sich vornehmlich an deutsche und westeuropäische Unternehmen, unabhängig von Größe und Branche.

Basis sind immer unternehmerische Interessen und Aktivitäten. Zur Realisierung eines gemeinsam finanzierten PPP-Projektes sind wichtig:

  • das Eigeninteresse der Unternehmen am langfristigen Erfolg des PPP-Projektes,
  • die Schaffung von strukturellen oder von Demonstrationseffekten,
  • die Breitenwirkung und Nachhaltigkeit des Projektes über die Unternehmensgrenzen hinaus.

Die DEG ist Partner der Unternehmen bei der Strukturierung eines PPP-Projektes und bietet kompetente, umfassende Beratung in allen Phasen der Umsetzung. Seit Start des PPP-Programms 1999 hat die DEG rund 350 PPP-Projekte weltweit mitfinanziert.

Finanzielle Zusammenarbeit

Ansicht von zahlreichen Euro-Geldscheinen verschiedener Wertigkeit.

Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft