Personelle Zusammenarbeit - Qualifizierung und Austausch von Fach- und Führungskräften

Im Rahmen der Personellen Zusammenarbeit (PZ) fördert die Bundesrepublik Deutschland die Aus- und Fortbildung von Fach- und Führungskräften in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die Qualifizierung von Wirtschafts- und Verwaltungspersonal stellt eine grundlegende Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung dar.


Zu den wichtigsten Trägern der deutschen PZ im Ausland gehören der Deutsche Entwicklungsdienst (DED), die Internationale Weiterbildung und Entwicklung GmbH (InWEnt) und der Senior Experten Service (SES).

Entsendung, Vermittlung und Einsatz von Fachkräften

Die Entwicklungspolitik der Bundesregierung orientiert sich am Grundsatz der Subsidiarität: Externe Fachkräfte werden in der Entwicklungszusammenarbeit nur dann eingesetzt, wenn es die für ein Vorhaben benötigten Experten im Partnerland nicht gibt. Personalkosten werden von deutscher Seite nur dann übernommen, wenn sie von den Partnerorganisationen nicht oder nicht komplett aufgebracht werden können.

Um die eigene Verantwortung der Partnerländer zu stärken, werden so viele einheimische Fachkräfte wie möglich in den Vorhaben eingesetzt. Trotzdem wird es auch in Zukunft wichtig sein, dass in den Entwicklungsländern externe Fachkräfte wesentliche Aufgaben übernehmen.

Die Fachkräfte, die im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in den Partnerländern arbeiten, gehören zu folgenden Gruppen:

Entsandte Fachkräfte

Entsandte Fachkräfte sind Mitarbeiter der deutschen Durchführungsorganisationen oder ihre Auftragnehmer. Sie werden in das Entwicklungsland geschickt, ohne dessen Staatsangehörigkeit zu besitzen. Sie werden von Organisationen in der Bundesrepublik Deutschland unter Vertrag genommen und als fachliche Berater in Projekten und Programmen der Technischen Zusammenarbeit eingesetzt. Außer durch die GTZ, die im Auftrag des deutschen Staates Fachkräfte entsendet, werden auch durch politische Stiftungen und andere private Organisationen Fachkräfte in Partnerländer gesendet.

Integrierte Fachkräfte

Integrierte Fachkräfte sind deutsche Staatsbürger oder Bürger eines anderen EU-Landes. Sie werden von einer öffentlichen oder privaten Einrichtung eines Partnerlandes vor Ort eingestellt und erhalten ein landesübliches Gehalt. Zusätzlich bekommen Integrierte Fachkräfte aus deutschen öffentlichen Mitteln einen Gehaltszuschuss, Zuschüsse für die Vorbereitung auf ihre Tätigkeit, Zuschüsse für ihre soziale Absicherung. Wenn sie nach Deutschland zurückkehren, erhalten sie - im Falle von Arbeitslosigkeit - Übergangshilfen für ihre berufliche Wiedereingliederung.

Das Programm Integrierte Fachkräfte wird vom Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) durchgeführt.

Für die Lösung ihrer Entwicklungsprobleme brauchen die Partnerländer vor allem qualifizierte einheimische Experten. Ein wichtiger Aspekt der Entwicklungszusammenarbeit ist deshalb die berufliche Fortbildung von einheimischen Fach- und Führungskräften. Für eine Anbindung der Partnerländer an die globalen Wissensnetze sorgt die Kooperation mit Wissenschaftsinstituten und Hochschulen.

Berufliche Fortbildung von Fach- und Führungskräften

Die Fortbildung von Fach- und Führungskräften hat das Ziel, das Führungspersonal der Entwicklungsländer fachlich zu qualifizieren und seine Managementfähigkeiten zu verbessern. Das Programm wendet sich an Kursteilnehmer aus den Bereichen Industrie und Handwerk, öffentliche und private Dienstleistungen, berufliches Bildungswesen, Land- und Forstwirtschaft, Gesundheitswesen und öffentliche Verwaltung. Als übergreifendes Thema spielt der Ressourcen- und Umweltschutz in allen Fortbildungen eine große Rolle.

Praxisorientierte Programme

In praxisorientierten Programmen werden den Teilnehmern über die Dauer von bis zu einem Jahr Kenntnisse vermittelt, die so in den Partnerländern selbst nicht oder noch nicht erworben werden können. Wenn die Kurse in Deutschland stattfinden, spielen auch der interkulturelle Austausch und die Auseinandersetzung mit dem Leben in einem modernen Industriestaat eine wichtige Rolle.

Außer Langzeitmaßnahmen wird eine Vielzahl von kurzfristigen Seminaren und Kursen im In- und Ausland angeboten. Inhalt dieser Kurse ist neben der Vermittlung fachlicher Kenntnisse der Dialog und Erfahrungsaustausch zwischen Nord und Süd, aber auch zwischen den Ländern des Südens selbst.

An der Förderung der Fortbildungsprogramme beteiligen sich auch die Bundesländer.

Staatliche Einrichtungen und die deutsche Wirtschaft stellen Ausbildungsplätze zum Teil unentgeltlich zur Verfügung. Durchgeführt werden die einzelnen Programme vor allem von der "Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbh" (InWEnt) und von der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit.

Internationale Weiterbildung und Entwicklung GmbH (InWEnt)

InWent ist verantwortlich für die Fortbildung von und den Erfahrungsaustausch zwischen Fach- und Führungskräften. Mit ihren Bildungs-, Austausch- und Dialogprogrammen erreicht InWEnt rund 55.000 Menschen im Jahr. Das Angebot richtet sich an Fach- und Führungskräfte und Entscheidungsträger in Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft. In den meisten Projekten verfolgt InWEnt einen regionalen Ansatz und fördert hierdurch die Zusammenarbeit und Integration auf regionaler Ebene.In Algerien ist InWent vor allem im Bereich der Beruflichen Bildung aktiv und lädt regelmäßig Teilnehmer aus Algerien zu Fortbildungsprogrammen von einem bis zwölf Monaten Dauer in Algerien, seinen Nachbarländern oder in Deutschland ein.

Deutscher Entwicklungsdienst (DED)

Der DED ist zuständig für die Entsendung von Entwicklungshelfern, die ihre Partner vorrangig auf der Mikroebene (Unternehmen, Banken, kommunale Verwaltungen) beraten und bei der Umsetzung von Vorschlägen unterstützen. Außerdem fördert er einheimische Jugend- und Entwicklungsdienste sowie Selbsthilfegruppen.

Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM)

CIM ist eine Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung der Bundesagentur für Arbeit. Sie führt mit Mitteln des BMZ ein Programm für Integrierte Fachkräfte durch. Ende 2004 waren 619 integrierte Fachkräfte in 79 Ländern tätig, vorrangig in den Schwerpunktbereichen Bildung, Ausbildung, Wirtschaftsplanung, öffentliche Verwaltung, Industrie, Bergbau, Bauwirtschaft, Gesundheitswesen, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie Landwirtschaft.

In Algerien unterstützt CIM durch Entsendung von Fachkräften den Aufbau der bilaterale Industrie- und Handelskammer (AHK Algerien), die algerische Industrie- und Handelskammer (CACI) und die nationale Umwelt-Monitoring-Stelle (Observatoire National de l'Environnement et du Développement durable).

Senior Experten Service (SES)


Der SES stellt Entwicklungs- und Schwellenländern Fachwissen vor allem in den Bereichen Elektrotechnik, Maschinenbau, Chemie, Bildungswesen und Dienstleistungen zur Verfügung. Weltweit sind über fünftausend ehrenamtlich tätige Experten tätig, die - oftmals nach Abschluß ihres aktiven Berufslebens - ihre Erfahrungen im Rahmen konkreter Projekte weitergeben. Der SES leistet durch die Aus- und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften Hilfe zur Selbsthilfe in den Entwicklungsländern. In Algerien unterstützt der SES eine Berufschule bei der Ausbildung von Schweißern.

Wissenschafts- und Hochschulkooperation

Um die globalen Strukturprobleme zu lösen, werden weltweit engagierte Wissenschaftler benötigt. Das BMZ fördert darum die Qualifizierung von Experten in entwicklungsrelevanten wissenschaftlichen Fachbereichen und die Anbindung der Partnerländer an die globalen Wissensnetze.

Die Programme der Wissenschafts- und Hochschulkooperation werden von drei Organisationen durchgeführt:

  • Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert jedes Jahr eine große Zahl von Studenten aus Partnerländern und ermöglicht ihnen - zum Beispiel durch Stipendien - ein Aufbaustudium.
  • Die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) fördert hochqualifizierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Bereich der Grundlagenforschung.
  • Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Entwicklungsländern bei der Finanzierung von Forschungsprojekten, die sie gemeinsam mit deutschen Kolleginnen und Kollegen durchführen.

Personelle Zusammenarbeit

Alt und Jung arbeiten gemeinsam

Centrum für internationale Migration und Entwicklung

Senior Experten Service